Methodische Prinzipien

In der Erlebnispädagogik kommen folgende methodische Prinzipien zum Einsatz:

Herausforderung und Grenzerfahrung

Herausforderungen können physischer, psychischer, und/oder sozialer Natur

sein; sie werden als anspruchsvoll, aber nicht unüberwindlich wahrgenommen.

„Wo der Umgang mit subjektiven Grenzen erfahrbar wird, kann der/die Einzelne

sich selbst und auch die Gruppe neu kennenlernen neu erleben.“

Aktion und Reflexion

„Erleben und reden lautet die Devise“ (ebd.). Aktionen sollten einen Bezug zum

Alltag haben. „Reflexionen, die auf vielfältigste Arten und Weisen durchgeführt

werden können, sollten sich an den Zielsetzungen des Kurses, an der Zielgruppe

sowie an Rahmenbedingungen orientieren“ (ebd.).

 

Gruppenselbststeuerung

Die Lernsituation fordert die Kompetenzen der einzelnen Teilnehmer. Die Gruppe

ist durch Eigeninitiative und Eigenaktivität gefordert und für den Lernerfolg selbst

verantwortlich. Die Trainer begleiten bzw. moderieren diesen Prozess.

Vielfalt und Ganzheitlichkeit

Ganzheitliches Lernen heißt nach Kurt Hahn11 Lernen mit Kopf, Herz und Hand. In

den Aktivitäten werden verschiedene Lerngelegenheiten (kognitiv, affektiv,

motorisch und sozial) miteinander verbunden.

Authentizität

Das Arrangement des natürlichen Lernumfeldes ist authentisch und real für die

Teilnehmer, Fehler zeigen direkte Wirkung, sind erkenn- und bearbeitbar.

Freiwilligkeit (Challenge by Choice)

Die Freiwilligkeit der Teilnahme und der selbstbestimmbare Grad der

persönlichen Herausforderung fördern die Verantwortung für das eigene Tun und

den eigenen Lernerfolg.

Orientierung am Individuum

Das Individuum steht mit seinen persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten im

Mittelpunkt der pädagogischen Überlegungen. Persönliche Lernerfolge fließen in

das Gruppengeschehen ein.

 

(Hand Out ZAB, Outward Bound 1/1999)